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Die Musikkapelle Roppen hat ständig zwischen 50 und 60 aktive Mitglieder, ist eine von 16 Blasmusikkapellen des Musikbezirkes Imst und gehört dem Landesverband der Tiroler Blasmusikkapellen an. Das musikalische Repertoire beinhaltet sowohl traditionelle österreichische Blasmusik, Kirchenmusik, symphonische Musik, als auch Bigband-
1854 bis 1863: Kirchenbau in Roppen und Einweihung, bereits Verwendung von Bässen, großer Trommel und anderen Instrumenten.
1866: Karl Köll übernimmt die Leitung
1870: Auflösung der Kapelle
1900: Josef Köll übernimmt die Leitung
1913: Bildung des "Musikvereines Roppen"
1912 bis 1950: Oberlehrer Alois Köll leitet die Musikkapelle Roppen
1970er-
1980er-
1990er-
Weiters gibt es eine lange Freundschaft zum Musikverein Lyra Schmiden (bei Stuttgart). Die MK Roppen besuchte die Schmidener 1954, 1957, 1967, 1977, 1987 und 1997.
Ein weiterer intensiver Kontakt besteht mit dem TOP Club Alpen e.V., dessen Veranstaltungen die MK Roppen schon oft musikalisch umrahmen durfte (jährl. Jahreshauptversammlung in Hochgurgl, Oktoberfest,...).

In unserem Dorfe lebten, wie überall in Tirol, schon seit alters her musik-
Die Soldaten liebten seit jeher Musik und Gesang. Nach dem Rhythmus der Klänge ließ es sich einfach leichter marschieren. Deshalb schritt schon den römischen Legionen Militärmusik voran und „Spielleute" begleiteten die Landsknechte. Auch in den Landsturmgruppen unseres Volkes hatten die Schwegelpfeife und die Trommel eine große Bedeutung. Musikanten und Kämpfer bildeten damals eine untrennbare Einheit.
Die bayrische Regierung nach 1800 und die zentralistische Regierung Metternichs nach dem Wiener Kongress (1814/15) beschränkten die alten Freiheiten unseres Volkes und zerstörten unsere jahrhundertealte Wehrverfassung. Nachdem unser Land vom französisch-
Leider sind Aufzeichnungen, die beweisen, dass die Musikkapelle Roppen im Jahre 1835 gegründet wurde, nicht auffindbar. Nach überlieferter Aussagen sehr alter Roppener Musikanten dürfte es aber ziemlich sicher das Jahr 1835 gewesen sein. Jedenfalls taten sich um die Mitte der Dreißigerjahre des achtzehnten Jahrhunderts einige musikfreudige Männer zusammen, um eine „Feld-
Vorwiegend waren es zwei Geschlechter, welche sich dabei besonders hervortaten: die Köll's (Klausler) und die Huber´s (Rummler). Aber auch andere -
Zusammengestellt wurde die „Musikkapelle" von einem gewissen „Steigenberger" aus Imst. Er war Bauer und hatte früher bei der Militärmusik gedient. An der Musik hing er mit solcher Leidenschaft, dass man von ihm sehr oft, wenn er im Winter den Heuschlitten auf der Schulter zu Berg trug, Märsche und Lieder pfeifen hörte. Steigenberger hat sich mit der neu gegründeten Truppe jedoch nicht allzu lange befasst. Der Grund seiner kurzen Tätigkeit als Kapellmeister der Musikkapelle Roppen ist allerdings nicht bekannt. Ihm folgte ein gewisser Buchbinder Mathias aus Imst. Dieser hat sich wohl durch einige Jahre mit der Musik von Roppen befasst und kann daher als der zweite Kapellmeister der Musikkapelle Roppen angesehen werden. Interessant ist, dass einer der ersten Ausflüge auf die Tschirgantspitze war. Wenn man sich die religiöse Einstellung der ländlichen Bevölkerung um die Mitte des vorigen Jahrhunderts vor Augen hält, so kann man wohl mit ziemlicher Sicherheit annehmen, dass die Musikkapelle in erster Linie dazu gegründet wurde, um die kirchlichen Festlichkeiten samt allem was damit zusammenhängt, zu verschönern. Um 1850 herum ging man daran, in Roppen eine neue Kirche zu bauen. 1854 wurde der Grundstein zu diesem Bauwerk gelegt. Der Bau der Kirche erstreckte sich bis zum Jahre 1863, in welchem dann auch die Einweihung erfolgte. Dieses außerordentliche Ereignis gab der Musik einen Ansporn, sich zu restaurieren. Es wurden nun Bässe gekauft, eine große Trommel (ohne Tschinellen) u. a. mehr angeschafft. Zur Finanzierung dieser Instrumente griffen die Musikanten zu jenem Mittel, das sie bereits 20 Jahre früher bei der Gründung anwandten. Es wurden nämlich unproduktive Flächen gerodet und wer zum Verein wollte, musste dabei Fronschichten leisten. Die so neu gewonnenen Kulturgründe wurden dann versteigert und vom Erlös neue Instrumente angekauft. Auf solche Weise entstand z. B. das heutige „Widumfeld" sowie das „Schröfle" im Oberfeld. Es kam nun auch vor, dass junge Buben für die Musik brauchbar waren, aber bei der „Feldmacherei" noch nicht als vollwertige Kraft gelten konnten. In einem solchen Falle musste meist der Vater einspringen und die vorgeschriebenen Fronschichten leisten.
Wenn auch der Verein in gewissen Zeitepochen auf schwachen Füßen stand, so kann ohne Überheblichkeit gesagt werden, dass sie vielen anderen Musikkapellen eines voraus hatte. Es war nämlich schon seit Anfang ihres Bestehens in die Musikkapelle ein Männerchor eingebaut, der sich überall hören lassen konnte. Es ist wohl eine seltene Tatsache, dass dieser Chor in einer so kleinen Gemeinde nie untergegangen ist, während die Musik einige Male, wenn nicht gerade aufgelöst, so doch etwa 2 bis 3 Jahre in einen „Winterschlaf" verfiel. Die Sänger hatten das große Glück, dass sie immer wieder neuen Nachwuchs an jenen Stimmen erhielten, die gerade zur Erstellung eines guten Männerchores unbedingt notwendig sind, nämlich erste Tenöre und zweite Bässe. Letztere stellte vorwiegend die Familie Huber (Rumml´s) – wie die zwei Brüder Josef (Rumml´s Sepp) und Anton (Rumml´s Tondl), einem Universalmenschen von prächtigem Wuchs. Durch sein gewinnendes Äußeres und seinen sprühenden Witz eroberte er sich die Zuneigung seiner Mitmenschen und besonders seiner Sangesbrüder. Er war ein guter Volksschullehrer, Kunsttischler und Gitarrenbauer und verunglückte im Jahre 1884 auf dem Heimweg vom „Lichtmessmarkt" in Imst tödlich. Sein Bruder Josef hatte vier Söhne, welche hervorragende Basssänger waren. Der älteste namens Anselm starb mit 26 Jahren, der Jüngste, namens Josef, erreichte ein Alter von 93 Jahren. Bei seiner 90-
Kapellmeister waren nacheinander die Lehrer des Ortes Leonhard Köll (Orgler) bis 1888, Johann Köll bis 1890 -
Die bedeutendsten Ausrückungen um diese Zeit:
Hochzeit des Lehrers Johann Köll (1884)
Hochzeit des Josef Klocker (Klockerwirt) ebenfalls (1884)
Hochzeit des Josef Köll (Klausl´s Schneider) im Jahre 1885
Außerdem spielte die MK Roppen noch bei der Installierung des neuen Pfarrers Karl Bauer am 24. April 1886. Bei diesem Ereignis wurde das erste Es-
Alois Köll rückte in jungen Jahren im Jahre 1902 zur Militärmusik des I. Reg. der Tiroler Kaiserjäger ein. Nach dreijähriger Dienstzeit als Euphoniumspieler und Posaunist kam er zunächst in seine Heimat zurück, ging aber zwei Jahre später ins Pädagogium nach Innsbruck und kam nach Beendigung seines Studiums im Jahr 1912 als junger Schulleiter nach Roppen. Bald musste er auf allgemeinen Wunsch der Musikanten die Kapelle übernehmen. Die Musikkapelle wurde durch eine Gruppe junger Musikanten verstärkt und erhielt auch gleichzeitig ihre erste einheitliche Uniform. Diese bestand aus braunen Standschützenröcken und dazupassenden Hüten. Mit jugendlichem Eifer ging Alois Köll an die Arbeit und ließ Bedeutendes erwarten. Doch bald nach Kriegsbeginn musste er zum Heer einrücken und die Kapelle verwaist zurücklassen. Mit ihm mussten auch viele Musikanten dem Rufe des Vaterlandes folgen. Das Schaffen der Musikkapelle litt sehr unter diesen Verhältnissen.
Kapellmeister Alois Köll kam als Schwerverwundeter in russische Gefangenschaft. Ab und zu traf von ihm eine Nachricht aus Sibirien ein. Die Freude unter der Bevölkerung war dann groß, als am 2. Jänner 1919 Alois Köll aus der Kriegsgefangenschaft in seine Heimat zurückkehrte. Dies brachte plötzlich wieder Leben in die inzwischen entschlafene Musikkapelle. Kapellmeister Köll sammelte unter den Heimkehrern die Musikanten zusammen, richtete mehrere musikfreudige Burschen ab und in kurzer Zeit war eine Kapelle in der Stärke von 34 Mann beisammen. Geprobt wurde in dem von den Musikanten als Probelokal umgebauten „Schießstand". Kapellmeister Alois Köll schuf so den Grundstock für eine leistungs-
Hermann Auer hatte von 1950-
Ein weiterer Langzeitkapellmeister folgte mit OSR Hans Heiß. Nachdem er bereits von 1957-
Seit 1995 leitet der Volksschullehrer und Sohn unseres Ehrenkapellmeisters OSR Hans Heiß, Klaus Heiß, die musikalischen Geschicke der MK Roppen. Nach einer mehrjährigen Blasmusikpause als Flötist und einigen Jahren als Bandmusiker ließ er sich zur musikalischen Vereinsführung überreden. Klaus Heiß erlernte das Handwerk des Dirigierens von Grund auf und absolvierte den viersemestrigen Kapellmeisterkurs am Tiroler Landeskonservatorium in Innsbruck. Sein unglaubliches Engagement, sein musikalisches Gespür und die menschliche Umgänglichkeit ziehen jeden in seinen Bann. Ein Hauptaugenmerk schenkt er einer grundlegenden und vor allem durchdachten Jugendarbeit. Durch eine konsequente und schrittweise Aufbauarbeit konnte er in all den Jahren seiner Tätigkeit eine ständige Hebung des musikalischen Niveaus seiner Musikkapelle erreichen.
Quellen: Chronik und Jubiläums-